Zentrum für Innere Medizin

Gastroenterologie (Magen und Darm)

In unserer gastroenterologischen Abteilung behandeln wir Patienten mit Beschwerden im Bereich von Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm, Bauchspeicheldrüse, Gallensystem und Leber.

Unser Expertenteam aus Fachärzten berät und behandelt Sie nach dem neuesten medizinischen Kenntnisstand. Mit ca. 4000 Magen- und Darmspiegelungen im Jahr verfügen unsere Ärzte über eine außerordentlich große Erfahrung und Routine auf diesem Gebiet.

Uns steht dabei ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten zur Verfügung. In der Diagnostik kommen deshalb eine Vielzahl von Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Das sind neben den sonographischen (Ultraschall) auch moderne endoskopischen Verfahren.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Krebsfrüherkennung und endoskopischen Therapie. Unsere hervorragende medizintechnische Ausstattung - u.a. mit hochauflösenden Videoendoskopen, moderner High-End-Ultraschallgeräte und einem gastroenterologischen Funktionslabor - hilft uns dabei.

Leistungsangebot

Magenspiegelung (Gastroskopie)

Mit Hilfe einer Magenspiegelung (Gastroskopie) können Erkrankungen von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm diagnostiziert werden. Häufige Gründe für die Durchführung einer Magenspiegelung sind Schmerzen im Oberbauch, Sodbrennen, Aufstoßen, unklare Blutarmut oder ein unklarer Gewichtsverlust. Die den Beschwerden zugrunde liegende Erkrankung kann in der Regel durch die Magenspiegelung erkannt und damit auch behandelt werden. Mittels der Magenspiegelung können auch Gewerbeproben aus der Speiseröhre und dem Magen entnommen werden, die Untersuchung dieser Gewebeproben im entsprechenden Speziallabor kann einen wichtigen Hinweis auf die Ursache der Entzündung liefern.

  1. Vorbereitung der Untersuchung:
    Die Gastroskopie wird in nüchternem Zustand durchgeführt, die letzte Nahrungsaufnahme muss mindestens sechs Stunden zurückliegen. Findet eine medikamentöse Blutverdünnung z.B. mit Marcumar oder Xarelto statt, ist eine Rücksprache mit Ihrem Arzt im Vorfeld der Untersuchung wichtig.
     
  2. Ablauf der Untersuchung:
    Zunächst wird in einem Gespräch mit dem Arzt über Ihre Beschwerdesymptomatik gesprochen. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, Fragen zur Magenspiegelung zu stellen. Im Gespräch werden Sie auch gefragt, ob Sie während der Untersuchung schlafen möchten. Wenn dies der Fall ist, erhalten Sie unmittelbar vor der Magenspiegelung eine Schlafspritze. Sie können die Untersuchung auch ohne Schlafspritze durchführen lassen. In diesem Fall erhalten Sie lediglich eine Rachenbetäubung. Die Spiegelung dauert ca. 5-10 Minuten. Danach können Sie sich, falls Sie eine Schlafspritze erhalten haben, in unserem Aufwachraum noch etwas ausruhen. In einem Abschlussgespräch wird Ihnen das Ergebnis der Untersuchung erklärt und die weiteren Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt.
     
  3. Nach der Untersuchung:
    In der Regel beträgt der Praxisaufenthalt ein bis zwei Stunden. Sollten Sie eine Schlafspritze erhalten haben, muss Sie eine Begleitperson von der Praxis abholen. Zudem ist eine Teilnahme am Straßenverkehr (Auto, Motorrad, Fahrrad) für 24 Stunden aus rechtlichen Gründen nicht erlaubt.

Darmspiegelung (Koloskopie)

Mit Hilfe einer Darmspiegelung (Koloskopie) können Erkrankungen des Dickdarms und des letzten Dünndarmabschnitts (terminales Ileum) diagnostiziert werden. Beschwerden, die eine Darmspiegelung notwendig machen können, sind z.B. Durchfallerkrankungen, Bauchschmerzen, Blutbeimengungen im Stuhl oder unklarer Gewichtsverlust. Die Darmspiegelung (Koloskopie) gilt als wichtigste Untersuchungsmethode, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen oder vorzubeugen.
Unsere Fachärzte verfügen über eine große Expertise in dieser endoskopischen Untersuchung, ebenso stellen wir mit modernen Reinigungs- und Desinfektionsapparaten einen sehr hohen Hygeniestandard sicher.

  1. Vorbereitung der Untersuchung:
    Damit die Darmschleimhaut und eventuelle Veränderungen gut beurteilt werden können, ist es wichtig, dass der Darm zuvor gründlich gereinigt und abgeführt wird. Hierzu erhalten Sie von uns eine Darmreinigungslösung, die Einnahme am Tag der Untersuchung und am Vortag bekommen Sie von uns nochmal ausdrücklich erklärt. Findet eine medikamentöse Blutverdünnung mit Marcumar oder anderen Blutverdünnern statt, ist eine Rücksprache mit uns im Vorfeld der Untersuchung wichtig.

    Für die Untersuchung haben Sie die Möglichkeit, eine Schlafspritze zu bekommen, durch die Sie von der Untersuchung weniger mitbekommen. Hierfür bekommen Sie unmittelbar vor der Untersuchung ein Schlafmittel gespritzt. Während der Spiegelung werden Ihr Puls, Blutdruck und Sauerstoffgehalt im Blut kontinuierlich gemessen.
     
  2. Ablauf der Untersuchung:
    Zunächst wird in einem Gespräch mit dem Arzt über Ihre Beschwerdesymptomatik gesprochen. Außerdem haben Sie die Möglichkeit Fragen zur Darmspiegelung zu stellen. Da die Untersuchung als schmerzhaft empfunden werden kann, empfehlen wir diese Untersuchung mit einer Schlafspritze durchführen zu lassen. Die Untersuchung dauert insgesamt ca. 15 Minuten. Sollten Polypen entfernt werden, wird in der Regel etwas mehr Zeit benötigt.
     
  3. Nach der Untersuchung:
    Nach Beendigung der Untersuchung haben Sie die Möglichkeit, sich in unserem Aufwachraum noch etwas auszuruhen. Der Arzt ruft Sie dann noch einmal zu einem Nachgespräch ins Sprechzimmer. Hier wird Ihnen das Ergebnis der Untersuchung erklärt und es werden Ihnen die Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt. In der Regel beträgt der Praxisaufenthalt zwei Stunden. Sollten Sie eine Schlafspritze erhalten haben, muss eine Begleitperson Sie von der Praxis abholen. Zudem ist eine Teilnahme am Straßenverkehr (Auto, Motorrad, Fahrrad) für 24 Stunden aus rechtlichen Gründen nicht erlaubt.

Entfernung von Darmpolypen (Polypektomie)

Darmpolypen sind die häufigste Vorstufe des Darmkrebs. Ungefähr zehn Prozent der Bevölkerung haben Polypen im Darm. Es gibt erbliche Veranlagungen für Darmpolypen, die Betroffenen haben dann ein erhöhtes familiäres Darmkrebsrisiko. Auch mit zunehmendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit zu Darmpolypen zu haben. Ca. 20 Prozent der über 60jährigen haben Polypen im Darm. Darmpolypen sollten unbedingt entfernt werden, bevor sich daraus möglicherweise ein Darmkrebs entwickelt. Die meisten Darmpolypen lassen sich bis zu einer bestimmten Größe noch während derselben Darmspiegelung (Koloskopie) entfernen, bei der sie entdeckt wurden. In seltenen Fällen und bei sehr großen Polypen ist eine Abtragung in gleicher Sitzung nicht möglich. Der abgetragene Darmpolyp wird zur feingeweblichen (histologischen) Untersuchung ins Labor eingeschickt, um festzustellen ob Krebszellen vorhanden sind und ob der Polyp vollständig abgetragen wurde. Die Polypenentfernung ist nicht schmerzhaft. Unser Zentrum für Innere Medizin hat durch eine große Anzahl an durchgeführten Polypektomien eine große Expertise auf diesem Gebiet.

Kapselendoskopie des Dickdarms (Kolonkapsel)

Als Alternative zur herkömmlichen Darmspiegelung führen wir die neue, innvovative Methode der Kolonkapselendoskopie im Rahmen der Darmkrebsvorsorge durch. Bei dieser Methode wird eine kleine Kapsel geschluckt, in der sich zwei Kameras befinden, die die Passage durch den Darm filmen. Dabei werden bis zu 35 Bilder pro Sekunde aufgezeichnet, was eine sehr gute Beurteilung der Darmschleimhaut ermöglicht. Polypen und andere krankhafte Veränderungen im Darm können in vergleichbar guter Qualität wie bei der klassischen Darmspiegelung dargestellt werden. Der Vorteil der Kolonkapselendoskopie liegt darin, dass diese Untersuchungmethode vollkommen schmerzfrei ist, eine Sedierung ist dabei nicht notwendig. Komplikationen treten sehr selten auf, da die Kolonkapsel eine nicht invasive Methode ist. Die Untersuchung mittels Kolonkapselendoskopie wird derzeit nur von der AOK Bayern im Rahmen eines Modellversuches übernommen. Wenn Sie bei einer anderen Krankenkasse versichert sind, ist diese Untersuchung als Selbstzahlerleistung verfügbar, ggf. können Sie bei Ihrer Kasse einen Antrag zur Kostenübernahme stellen.

Ablauf der Untersuchung:
Zunächst wird der Darm gereinigt. Am Tag der Untersuchung kommt der Patient morgens in die Praxis und bekommt einen Datenrekorder angelegt, der die von der Kapsel gesendeten Daten aufnimmt und speichert. Anschließend wird die Kapsel mit etwas Wasser geschluckt. Während der Darmpassage überträgt die Kapsel die Daten auf das Datengerät, das dann auf einen Computer übertragen und ausgewertet wird. Die Kolonkapsel wird in der Regel innerhalb von 8 bis 12 Stunden mit dem Stuhl ausgeschieden und muss nicht geborgen werden.

Kapselendoskopie des Dünndarms

Die Kapselendoskopie ist eine relativ neue, innovative Methode zur Untersuchung des Dünndarms. Es wird eine 26 x 11 mm kleine Kapsel geschluckt, die im Verlauf von 8 Stunden etwa 80.000 Bilder vom Dünndarm anfertigt und an einen elektronischen Empfänger sendet, den die Patienten an einem Bauchgurt tragen. In einem ca. einstündigen Film wertet der Arzt das Video anschließend aus. Die Kapselendoskopie eignet sich hervorragend zur Diagnostik von Dünndarmerkrankungen, in erster Linie bei unklaren Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt oder zur Abklärung einer chronischen Blutarmut (Anämie), wenn die vorausgehende Magen- oder Darmspiegelung keine ausreichende Erklärung gefunden hat. Wir besprechen mit Ihnen, ob eine Kapselendoskopie des Dünndarms für Sie in Frage kommt. Bei bestimmten Erkrankungen wie bei Entzündungen des Dünndarms, Engstellen oder Darmbewegungsstörungen darf diese Untersuchung nicht durchgeführt werden. Wir haben durch unsere langjährige Erfahrung und Anwendung eine große Expertise in der Beurteilung der Kapselendoskopie und beraten Sie gerne hierzu!

Ablauf der Untersuchung:
Zur Kapselendoskopie muss der Darm mittels einer Spüllösung zunächst gereinigt und vorbereitet werden. Dazu trinken Sie am Vorabend 2 Liter einer Spüllösung – ähnlich wie vor einer Darmspiegelung. Am Untersuchungstag kommen Sie nüchtern in die Praxis. Es werden zunächst 8 Elektroden auf die Bauchhaut geklebt, die als Empfangsantenne dienen (ähnlich wie beim Langzeit- EKG). Dann schlucken Sie die Kapsel wie eine Tablette mit etwas Flüssigkeit. Erfahrungsgemäß gelingt dies meist ohne Probleme. Anschließend können Sie sich frei bewegen. Sie dürfen bei guter Darmpassage der Kapsel nach 2 Stunden etwas trinken und nach 4 Stunden etwas essen. Nach 8 Stunden geben Sie den elektronischen Empfänger wieder in der Praxis ab und lassen sich von uns die Elektroden entfernen. Die Kapsel wird auf natürlichem Weg entsorgt.

Krebsfrüherkennungsuntersuchungen

Darmkrebsvorsorge rettet Leben! Der Darmkrebs (Kolorektales Karzinom) ist in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung. 70.000 Menschen erkranken und 30.000 Menschen versterben jährlich an diesem Tumor.
Fast immer (zu ca. 90%) entsteht Darmkrebs aus Vorstufen, den Polypen. Diese sind zunächst gutartig und können sich innerhalb von 6-10 Jahren zu bösartigen Karzinomen entwickeln. Mit der Entfernung der Polypen im Rahmen einer Vorsorgekoloskopie kann sehr effektiv die Entstehung eines Karzinoms in der Zukunft verhindert werden.

Ab dem 55. Lebensjahr steht jedem gesetzlich krankenversicherten Patienten eine kostenlose Vorsorgekoloskopie zu. Auch private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für eine Vorsorgekoloskopie. Nehmen Sie also diese Möglichkeit wahr! Kaum ein anderer Krebs lässt sich durch eine solche Vorsorgeuntersuchung so effektiv verhindern wie der Darmkrebs!

Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane inklusive Kontrastmittelsonographie

Mit Hilfe der Ultraschalluntersuchung können insbesondere folgenden Organe auf Erkrankungen und Funktionsstörungen untersucht werden: Leber, Gallenblase und Gallenwege, Bauchspeicheldrüse (Pankreas), Milz und Nieren. Die Erfahrung unserer Fachärzte ist dabei maßgeblich für die hohe Qualität und Aussagekraft dieser Untersuchung.
Andere Organe wie der Magen oder Darm können mittels Ultraschall nur eingeschränkt beurteilt werden, hier ist häufig die Magen- und Darmspiegelung die bessere Option.

Ablauf der Untersuchung:
Die Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane hat keine Risiken und ist für den Patienten schmerzfrei. Die Untersuchung dauert ca. 10 bis 15 Minuten. Um optimale Schallbedingungen zu erreichen, sollten Sie nüchtern zur Untersuchung kommen. Ist die Untersuchung am Nachmittag, dürfen Sie ein kleines Frühstück einnehmen. Nach der Untersuchung können Sie sofort wieder essen und trinken.

Kontrastmittel-Ultraschall
Dies ist eine Spezialuntersuchung, die insbesondere zur Anwendung kommt, wenn sich in der Routineuntersuchung der Verdacht auf eine unklare Raumforderung (Tumor) in Leber oder Bauchspeicheldrüse ergeben hat. Dabei wird dem Patienten ein Kontrastmittel in die Vene gespritzt. Unmittelbar danach kann man mittels des Ultraschalls die Verteilung des Kontrastmittels beobachten. Oft lässt sich so eine Aussage darüber machen, ob es sich hierbei um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt. Dadurch kann vermieden werden, dass bei Patienten mit einem gutartigen Tumor eine Gewebeprobe gewonnen werden muss. In seltenen Fällen können Patienten auf das Kontrastmittel allergisch reagieren.

Spezialsprechstunde: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (M. Crohn/ Colitis ulcerosa)

Wenn Sie an einer dieser chronischen Krankheiten leiden, ist eine kontinuierliche Betreuung durch Hausarzt und Gastroenterologen wichtig. Wir begleiten Sie zusammen mit Ihrem Hausarzt, indem wir Sie regelmäßig in unserer CED-Spezialsprechstunde betreuen, die medikamentöse Therapie einleiten, anpassen und den Therapieerfolg regelmäßig kontrollieren.
Zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gehören der Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa, der häufig bereits im jungen Erwachsenenalter das erste Mal auftritt. Diese Erkrankungen haben häufig einen schubartigen Verlauf mit Phasen vermehrter Krankheitsaktivität und Phasen ohne oder mit nur geringer Krankheitsaktivität. Manche Patienten brauchen eine dauerhafte Therapie, um die Schubhäufigkeit und die Schubintensität zu begrenzen. Andere Patienten kommen mit einer alleinigen medikamentösen Therapie in den Schüben aus.
Neben den Beschwerden im Magen- und Darmtrakt wie Durchfälle, Blut im Stuhl oder Bauchschmerzen, können diese Erkrankungen auch außerhalb des Darmsystems zu Beschwerden, den sogenannten extraintestinalen Manifestationen an den Gelenken, der Haut und den Augen führen.

  1. Für die Diagnosestellung und die Verlaufseinschätzung spielen einerseits die Krankengeschichte (Anamnese) und der körperliche Untersuchungsbefund sowie andererseits die Labordiagnostik, der Ultraschall, die Dickdarmspiegelung (Koloskopie) sowie beim Morbus Crohn die Magenspiegelung (Gastroskopie) eine wichtige Rolle. Gegebenenfalls sind auch weitere bildgebende Verfahren wie eine Kernspin- oder Computertomographie notwendig.
     
  2. Für die Therapie kommen unterschiedliche Medikamente und ggf. deren Kombination zur Anwendung. Neben Steroiden und Immunsuppressiva stehen seit den letzten Jahren eine Auswahl an sogenannten "Biologicals" zur Verfügung. Dabei handelt es sich um speziell gegen Entzündungsmoleküle des Körpers gerichtete Antikörper. Manchmal treten trotz optimaler medikamentöser Behandlung Komplikationen auf, die ggf. in der Zusammenarbeit mit den Chirurgen behandelt werden können. Vor diesem Hintergrund bedarf es ebenfalls einer erfahrenen Einschätzung, um den richtigen Zeitpunkt zur Operation zu wählen.

Säuremessung der Speiseröhre (pH-Metrie)

Die Refluxkrankheit mit dem Leitsymptom "Sodbrennen" ist praktisch als Volkskrankheit zu bezeichnen: Etwa 20% der Erwachsenen haben wenigstens einmal pro Woche Sodbrennen, 7% leiden sogar jeden Tag daran. Das Sodbrennen wird verursacht durch einen Rückfluss (Reflux) von Magensäure und Galle vom Magen in die Speiseröhre. Vereinfacht kann man sich vorstellen, dass hierfür ein defekter Schließmechanismus im Bereich des Übergangs von Speiseröhre zum Magen ursächlich ist. Der Reflux ist nicht nur für das bisweilen sehr stark die Lebensqualität beeinträchtigende Symptom Sodbrennen verantwortlich, sondern kann auch zu Entzündungen der Speiseröhre mit unterschiedlichem Schweregrad führen und – bei entsprechender Risikokonstellation - schließlich sogar zu bösartigen Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut (Speiseröhrenkrebs).
Neben einer Magenspiegelung kann in bestimmten Fällen auch eine Säuremessung der Speiseröhre, eine sogenannte pH-Metrie durchgeführt werden, um Hinweise auf eine Refluxerkrankung zu erhalten. Durch Einlage durch die Nase kann eine Sonde in die Speiseröhre gelegt werden. Bestimmt werden dann der pH-Wert in der Speiseröhre und die Zahl der Refluxepisoden. Die Messzeit beträgt in der Regel 24 Stunden.

Diagnostik von Lebensmittelunverträglichkeiten

Nahrungsmittelunverträglichkeiten können Krankheitssymptome hervorrufen und zeigen sich häufig mit uncharakteristischen Beschwerden des Darmes wie Blähungen oder Durchfall. Aktuelle Statistiken zeigen, dass bis zu 30% unserer Bevölkerung an eine Lebensmittelunverträglichkeit leiden.
Bei der Laktoseintoleranz fehlt das Enzym Lactase, mit dem Milchzucker wie er in Milchprodukten vorkommt. Die Zersetzung des nicht verdauten Milchzuckers durch die Darmbakterien führt dann zu Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. In Deutschland ist etwa jeder Zehnte von einer Laktoseintoleranz betroffen. Diagnostiziert werden kann die Intoleranz mittels eines H2–Atemtestes, der in unserer Praxis durchgeführt werden kann. Eine Laktoseintoleranz ist eine weit verbreitete aber ungefährliche Störung, die mit laktosearmer Ernährung schnell gebessert werden kann.
Eine Fruktoseinteroleranz, die ebenfalls mittels eines Atemtestes nachgewiesen werden kann, zeigt sich mit ähnlichen Beschwerden. Bei dieser Verdauungsstörung wird Fruchtzucker, der in Zucker, Obst und Honig enthalten ist, nur unzureichend von der Darmschleimhaut über Transportproteine aufgenommen. Die dadurch in den Dickdarm gelangte Fruktose führt dann bei der Zersetzung durch die Dickdarmbakterien zu den Beschwerden. Bei Nachweis einer Fruktoseintoleranz empfiehlt sich eine fructosearme Diät.

  1. Vorbereitung der Untersuchung:
    Für den H2-Atemtest müssen Sie nüchtern sein. Sie dürfen seit dem Vorabend ab 17.00 Uhr nichts mehr gegessen und geraucht haben.
    Ab 22.00 Uhr des Vorabends dürfen Sie nichts mehr getrunken haben. Sie dürfen weder Antibiotika einnehmen oder kurz zuvor eingenommen haben, noch dürfen Sie eine Darmspülung gemacht haben.
     
  2. Ablauf der Untersuchung:
    Zuerst blasen Sie mittels Mundstück in einen Beutel, danach trinken Sie 200 ml Wasser mit dem darin gelösten Testzucker.
    Dann wird über einen Zeitraum von drei Stunden alle 30 Minuten eine Atemprobe abgenommen, in der die Wasserstoffkonzentration gemessen wird. Der MVZ-Aufenthalt beträgt etwa drei Stunden.

Diagnostik und Therapie von Enddarm- und Analkanalerkrankungen

Wir behandeln Patienten mit akuten und chronischen Enddarmerkrankungen. In der Sprechstunde kommen typische Beschwerdebilder wie analer Juckreiz, Blutungen und anale Schmerzzustände zur Abklärung. Etwa die Hälfte der Bevölkerung leidet im Laufe des Lebens an Erkrankungen des Enddarms und der Afterregion. Viele Betroffene verschweigen oft aus Schamgefühl ihre Beschwerden. Dadurch können krankhafte Veränderungen im Enddarm- und Analbereich chronisch werden. Häufige Ursachen von analen Schmerzen oder Juckreiz sind unter anderem Hämorrhoiden, eine Analvenenthrombose oder ein Abszess im Analbereich. Die meisten proktologischen Erkrankungen sind bei rechtzeitiger Behandlung gut und effektiv zu behandeln, so haben wir in unserer Abteilung auch große Erfahrung mit der Behandlung und dem endoskopischen Abtragen von Hämorrhoiden. Wichtig ist es uns, unsere Patienten dabei aufzuklären und sowohl die Diagnose als auch die von uns empfohlene Therapie gezielt mit ihnen zu erörtern.

Beratung und Therapie bei Stuhlinkontinenz

Stuhlinkontinenz ist noch immer ein großes Tabu, obwohl darunter ca. 5% der Bevölkerung leiden. Die Abdichtfunktion des Afters wird durch ein komplexes Zusammenspiel der Schließmuskulatur, eines sensorischen Warnsystems in der Mastdarmwand und der hochempfindlichen Haut des Analkanals sichergestellt. Die Abdichtfähigkeit des Afters nimmt mit dem Alter ab, da es zu einer Verminderung der Muskelmasse kommt. Es gibt viele Ursachen für eine Stuhlinkontinenz, zum Beispiel als Folge von Operationen oder eines Schlaganfalles, von Schäden in Folge des Geburtsvorganges, von entzündlichen Veränderungen oder auch von afternahen Tumoren oder Hämmorhoiden.

Zur Diagnostik führen wir eine genaue klinische Untersuchung der Analregion und eine Erhebung der Ernährungs- und Stuhlgewohnheiten durch. Dazu sind ggf. auch eine Ultraschalluntersuchung des Afters, eine Enddarmspiegelungen und bei Notwendigkeit auch spezielle Untersuchungen durch einen kooperierenden Neurologen notwendig.

Als Therapie kommt eine Beckenbodengymnastik ggf. ergänzt durch eine Biofeedback-Therapie (mit Trainingsgerät) bzw. eine Elektrosimulation des Schließmuskels im Rahmen einer physikalischen Behandlung in Betracht. Je nach Ursache kann auch eine medikamentöse Behandlung zur Verlangsamung der Darmpassage und zur Erhöhung der Festigkeit des Stuhl in Betracht kommen.

Anlegen einer Ernährungssonde (perkutane endoskopische Gastrostomie)

Über die Ernährungssonde ist eine Ernährung mit Flüssigkeit bzw. dünnbreiiger Nahrung direkt über den Magen-Darm-Trakt möglich. Diese sogenannte PEG-Anlage erfolgt bei Patienten, die mittel- und langfristig nicht mehr ausreichend normale Nahrung zu sich nehmen können zum Beispiel nach einem Schlaganfall.
Die Ernährungssonde wird mit Hilfe eines Gastroskops im Magen angelegt. Es wird eine geeignete Stelle zur Sondenanlage festgelegt, die Bauchwand in diesem Bereich von außen desinfiziert und örtlich betäubt. Das Anlegen der Ernährungssonde ist wie die Magenspiegelung aufgrund der Beruhigungs- bzw. Schlafspritze nicht schmerzhaft. Etwa sechs Stunden nach Anlage der Ernährungssonde kann die Sonde erstmalig mit Flüssigkeit - Wasser oder Tee - gespült werden. Die künstliche Ernährung kann meist am nächsten Tag beginnen. Die Ernährungssonde ist bei sachgerechter Pflege über viele Monate ohne Komplikationen nutzbar.